Offener Kreis

                               Er ist ein Kreis,
+ der jedem offen steht, in den jede und jeder eintreten kann.Punkte um einen "offenen Kreis"
+ der für Themen offen steht, die Christen interessieren, über die sie sich informieren, über die sie reflektieren sollten.

+ der es ermöglichen soll, in guter protestantischer Tradition, sich in die gegenwärtigen Diskussionen unserer Zeit in den unterschiedlichsten Diskursfeldern einzumischen.

+ der sich als Möglichkeit sieht, die Generationen der Kirchengemeinde zusammen zu bringen, einen Meinungsaustausch zwischen den Generationen zu ermöglichen und sich damit einer der großen Herausforderungen der aktuellen Gemeindearbeit zu stellen.

+ der den Reichtum der personellen Ressourcen herausstellt, über den die Gemeinde verfügt, sollen es doch oft Gemeindemitglieder sein, lokal, regional, die zu den ausgewählten Themen referieren. Auch dadurch erhöht die Kirchengemeinde ihre Attraktivität.

+ für den ein Vorbereitungsteam jährlich etwa sechs Veranstaltungen plant.

Das Programm trägt der Kirchenvorstand.
 
 
Programm 2019
 
 
Albert von Schirnding
Thomas Mann: Die Josephsromane
14. November 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche
 
Wenn Veranstaltungen sich ergänzen, ist es ein Glücksfall. Der Weg im September in Polling haut uns auf diese Spur gebracht und bedeutet eine Ergänzung für die Thomas Mann Enthusiasten, selbst wenn sie die Wanderung nicht mitmachen konnten. Nun ist es nur ein kleiner Schritt ins Gemeindehaus und Sie können in "Tief ist der Brunnen der Vergangenheit" - "Joseph und seine Brüder" eintauchen.
Wie der "Zauberberg" war auch der "Joseph" zunächst als Novelle geplant, wuchs sich dann aber im Lauf von sechzehn Jahren zu Thomas Manns größtem Roman aus. Der Inhalt folgt weitgehend der berühmten biblischen Erzählung. Die ins Mystische entrückte Ferne des Stoffs der "Joseph" Tetralogie ist wahrscheinlich die Ursache für die relative Unbekanntheit von Thomas Manns Hauptwerk. Dabei hat der Autor seine ganze Kunst aufgewendet, dem Leser die alte Geschichte so nahezubringen, dass er im Spiegel dieses Menschheitsliedes seine zwischen Himmel und Erde angesiedelte Existenz verstehen kann.
 

 
Kain und AbelSoll ich meines Bruders Hüter sein?"
Interreligiöses Gespräch zu Kain und Abel
Mittwoch, 6. November, 19 Uhr im Vortragssaal des Schlossmuseums
 
Beim interreligiösen Dialog geht es meistens um das große Ganze. Um die Gottesfrage, und die Stellung zu anderen Religionen. Bei unserem interreligiösen Gesprächsabend wollen wir an einer ganz anderen Stelle ansetzen, ganz unten gewissermaßen: Bei einer einzelnen Erzählung, die in allen Heiligen Schriften eine Rolle spielt.
Theologische Expert*innen aus Judentum, Christentum und Islam (Steven Langnas, Florian Bracker, Gönül Yerli) beugen sich gemeinsam über die Erzählung von Kain und Abel, dem ersten Brüderpaar. Wo sind die Unterschiede zwischen den Fassungen dieser Erzählung in Tanach, Alten Testament und Koran? Wie greifen die religiösen Traditionen darauf zurück? Was können wir voneinander lernen?
Wenn im Detail das Verständnis füreinander wächst, ist ein kleiner Schritt auf dem großen Weg der interreligiösen Verständigung zurückgelegt.
 

 
im GrünenThomas Mann in Polling
Samstag, 28. September
Abfahrt um 14 Uhr am Volksfestplatz in Murnau
 
Immer wieder haben wir bei den Veranstaltungen im Offenen Kreis eine Bersonderheit in unserer Region bedacht. In diesem Jahr organisieren wir einen Spaziergang auf dem Faustusweg in Polling, geführt von Dr. Dirk Heißerer, dem Entwickler vieler literarischer Spaziergänge. Polling war für die Manns ein fester Begriff. Erschrecken Sie nicht vor dem Foto. Es soll Sie nur verlocken, wieder zu kommen. Wir bleiben im Ort, erwandern uns Schplätze des Romans. Wir besuchen im Schweighardthof dessen größten Raum. in Manns Roman "Nike-Saal" genannt und lauschen im Bibiliotheksaal des Klosters Beethovens Klaviersonate op. 111, im Roman Gegenstand einer humorvollen Auseinandersetzung. Wir vergessen an diesem Mann-Nachmittag auch nicht das liebevoll geführte "Museum Polling" im Rathaus und dessen neu gestaltete und bereicherte Abteilung, in der Thomas Mann und seine Beziehung zu Polling gewürdigt wird.
 

 
Jacques OffenbachDaniel Ernst, Musikwissenschaftler, Musiktheoretiker, Musikvermittler präsentiert uns eine "Offenbachiade"
 
Jacques Offenbach zum 200. Todestag
Vortrag mit Musikbeispielen
 
Donnerstag, 11. Juli um 19:30 Uhr
 
Wie kein anderer steht Jacques Offenbach für die französische Operette. Eine unverkennbare musikalische Leichtigkeit und satirische Seitenhiebe verleihen seinen Werken ein reizvolles Spannungsverhältnis, das die eingängigen Melodien mit pikanter Schärfe würzt. Diese Zutaten führen unweigerlich in die Pariser High Society des 10. Jahrhunderts, die Offenbach bejubelte, obwohl - oder vielleicht gerade weil - er ihr unverhohlen den Spiegel vorhielt. Daher wirft der Vortrag Schlaglichter auf das Paris der damaligen Zeit und stellt - vielleicht unerwartete - Bezüge zu visuellen, politischen sowie historischen und aktuellen Kontexten her. Aber auch aufführungspraktische Belange kommen nicht zu kurz, denn bei aller Lockerheit, die dem Kölner Kantorensohn nachgesagt wird, gilt er noch heute als Schrecken der Tenöre. Das Resultat: ein buntes Potpourri zu Ehren des "Mozarts der Champs-Elysees".
 

 
Thorsten Heinrich Attraktionen, ANimationen, IllusionenThorsten Heinrich
Attraktionen, Animationen. Illusionen
Evangelische Circus- und Schaustellerseelsorge
Donnerstag, 28. März, 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus
 
Den Menschen hinterherlaufen. Das ist Seelsorge im Sinne Jesu und seiner Jünger, eine neue Qualität seelsorgerlichen Bemühens. In der Circus- und Schaustellerseelsorge, der CSS, wird diese Form von Kirche praktiziert. Wir sind es jedoch gewohnt, dass die Menschen zur Kirche kommen müssen. Aufsuchende Seelsorge aber ist mobil gewordenes Interesse Gottes am Menschen.
Wir können also viel lernen an diesem Abend, wenn der Leiter der CSS der Evangelischen Kirche in Deutschland aus Witzighausen, einem kleinen Ort zwischen Kassel und Göttingen nach Murnau kommt. Witzighausen hat Pfarrer Torsten Heinrich bewusst für sein Büro gewählt, es hat gute Autobahnanbindung, es liegt mittig in Deutschland. Von hier geht es in eine Welt voller Attraktionen und Illusionen, zu Gottesdiensten im Autoscooter, Trauungen im Zirkuszelt, Konfirmandenunterricht im Wohnwagen. Und zu Problemen. Fast 5000 Unternehmen, rund 23000 Angestellte stehen oft vor großen menschlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen: Das Wetter, die Platzgebühren, die Reisekosten, neue TÜV-Bestimmungen. Rücklagen fürs Alter sind oft nicht zu schaffen. Durch ihre Arbeits- und Lebensweise haben die Menschen im Circus und die Schausteller auch eine andere Beziehung zum Religiösen. Sie sind ständig unterwegs, sie brauchen etwas Beständiges. Das ist sicher die Familie, die Tradition, in der sie stehen, aber auch das Angebundensein an Gott. "Der liebe Gott geht mit uns, von einem Platz zum anderen", so sagen sie. Ja, der Abend wird unseren Blick weiten, theologisch, menschlich.
Dieter Kirsch
 

 
Rückschau 2018 
  1. Vom Platz der Seelsorge im Theologiestudium
  2. Johannes Volkmann Höhlen Geschichte, frei nach dem Höhlengleichnis von Platon
  3. Lange Nacht der Demokratie Kirche, Demokratie und Ehrenamt - vier Beispiele
  4. Prof. Dr. Martin Hein: Medizinethische Fragen: Die Stimme der Kirche in der Gesellschaft
  5. Restauratorenfamilie Mack - Denkmalpflege mit Herz: Ein Lokaltermin auf dem Freskenhof in Obereglfing
  6. Kilian Sprau Gioacchino Rossini zum 150. Todestag
  7. Anders mit Texten umgehen: Eberhard Hadem: Nachdenken über Gott - Mystik Die Zukunft des Christentums
  8. Matthias Rieger: Vom Kraxenträger zum Großverleger - Karriere eines Augsburger Buchhändlers
  9. Marianne Kunisch Nothilfe Birgitta Wolf
  10. Christian Lehnert Hinauf und Hinab - Gedanken zu einer zeitgenössischen Liturgie
 
Rückschau 2017
  1. Gudrun Steineck: Ein Abend zu Clara Schumann
  2. Jürgen Eltzschig:Theodor Storm zum 200. Geburtstag
  3. Christoph Teichner: Zum 250. Todestag: Georg Philipp Telemann: ein Portrait-Musical
  4. Frank Steinbeck: Eine runde Sache - Ein Abend zum Geburtstag des Fahrrads
  5. Vom Glück die Blindheit zu ertragen
  6. Mein Blind Date mit dem Leben
  7. Begleiter auf allen Wegen: Aus der Arbeit im Ehrenamt mit Blinden
  8. Wie gefährdet ist unsere Demokratie
  9. Rudolf Herfurtner: Magdalena, Himmelstürmerin, Lesung und Gespräch
  10. Magdalena, Himmelstürmerin, Theateraufführung
  11. Gunther Wenz: Luthers Disput mit Erasmus von Rotterdam
 
Rückschau 2016
  1. Augenblick mal
  2. Über die Sorge um das gemeinsame Haus
  3. Max Reger zum hundertsten Todesjahr
  4. Brigitte Robeck: Franz Marc
  5. Fahrt ins Franz Marc Museum
  6. Entwicklungen der Tora
  7. Jan Hus
 
Rückschau 2015
  1. Prof. em. Dr. Gunther Wenz
  2. Das Konzil von Konstanz
    Ein Ereignis, das die Welt veränderte
  3. Prof. Dr. Dorothea Sattler,
    Leben wollen und sterben müssen
    Biografische Zugänge zur Bedeutung des Todes für die menschliche Existenz
  4. Jürgen Eltzschig, Matthias Claudius
    Der Mond ist aufgegangen
  5. Lovis Corinth „Das Hohe Lied“
  6. Gudrun Steineck, Christoph Garbe undder Chor der evangelischen Kirchengemeinde Murnau
    Johann Sebastian Bach, der fünfte Evangelist
  7. Edith Öxler
    Wenn das Leben langsam anders wird
 
Rückschau 2014
  1. Jürgen Gergov & Dieter Kirsch
    Und auf einmal steht es neben dir
    Joachim Ringelnatz zum 80. Todestag
  2. Karikaturen in der Kirche
  3. „Narren soll man nicht über Eier setzen.“
    Günther Beckstein dazu, ehemals Innenminister, 
  4. Die andere Heimat – Chronik einer Sehnsucht                                               Edgar Reitz in Murnau
  5. Hildegard von Bingen
  6. Was ist ein Muslim?
    Antworten des Islambeauftragtender bayerischen Landeskirche
    Dr. Rainer Oechslen
 
Rückschau 2013
  1. Warum wurden Sie gewählt?
  2. Klaus Barthel, Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Klaus Goppel und Florian Streibl, beide Mitglieder des Bayerischen Landtages,
  3. "Ich habe euch kein Frauengeschwätz geschrieben“
  4. Was wir von Argula von Grumbach lernen können
  5. Der Islam als Anfrage an meinen Glauben 
  6. Ethik in der Medizin - Vom Umgang
    mit den Grenzen des Lebens
  7. Aus dem Leben eines Klinikclowns
 
Rückschau 2012
  1. Amalie + Gustav Mahler Gudrun Steineck + Hans-Peter Schäfer
  2. Jugend im 21. Jahrhundert (AT) Andreas Fach m.a.
  3. In Allahs Hand 
  4. Das Phänomen Terrorismus
  5. In Allahs Hand – eine nostalgische Orientreise
  6. Von Gott und den Menschen – Was ist Rechtfertigung?
  7. Lebensmittelklarheit, was essen wir 
 
Rückschau 2011
  1. Über Gott und die Welt
  2. Ostern - Das Urdatum des Christentums
  3. Der Schein trügt
  4. Gott hat mir ein Lachen zugerichtet
 
Rückschau 2010
  1. Johann Peter Hebel zu seinem 250. Geburtstag
  2. Ökumenischer Friedensdienst für Palästina und Israel
  3. Einstimmung auf der Ökumenischen Kirchentag 12.-16.05. München
  4. Christsein in China
  5. Kurt Tucholsky
  6. Projekt Heimat
  7. „...damit Geld dient und nicht regiert!“
 
Rückschau 2009
  1. Alois Prinz: Der erste Christ
  2. Albert Bischeltsrieder: Kriminalität im Internet
  3. Gudrun Steineck: Spuren der Sehnsucht folgen
    Die Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn
  4. Hugo von Hofmannsthal
  5. Königin und wilde Frauen; Bilder einer neuen Weiblichkeit
  6. Das Chak-e-Wardak Hospital, ein Hilfsprojekt in Afganistan
  7. Besuch im Kloster bernried
  8. Ora et labora - Spiritualität der Klöster

 

Theaterfahrt

Woyzeck/Wozzeck

Wir haben 20 Eintrittskarten reserviert. Sie werden in der Reihenfolge des Eingangs von 20 Euro, bar auf dem Pfarramt abgegeben oder überwiesen auf das Konto des Pfarramtes 104471 bei der Sparkasse Murnau, BLZ 70351030 verteilt. Mit den zwanzig Euro sind Eintritt und Fahrt abgedeckt. Einen kleinen Fehlbetrag übernimmt die Kirchengemeinde.

Wir fahren am 20. Oktober, einem Sonntag, mit dem Zug um 17. 31 Uhr nach München und dann weiter mit der S-Bahn zum Marienplatz, um dann zu Fuß in zehn Minuten in den Kammerspielen in der Maximilianstraße zu sein. Zurück geht es mit dem Zug 23. 33 Uhr ab München. Eine Stunde später sind wir wieder in Murnau.

Barbara Wysocka inszeniert Georg Büchners „Woyzeck“ mit den Mitteln von Alban Bergs Oper. Darum der Doppeltitel „Woyzeck/Wozzeck“. Da das ganze im Werkraum der Kammerspiele in München stattfindet ist das Orchester der Oper auf drei Instrumente reduziert: Bratsche, Celesta, Schlagwerk. Die Wahl der Instrumente macht deutlich, dass Bergs Töne hier dazu dienen, eine psychotische Atmosphäre auszumalen, einen Ausdruck zu liefern einer geschundenen Seele in einer brutalen Welt.

Die Theaterfahrt steht im Zusammenhang mit einer Veranstaltung des Offenen Kreises zum zweihundertsten Geburtstag von Georg Büchner. Das Theatererlebnis soll unser Büchnerverständnis vertiefen.

Das geschieht dann am 21. November in unserem Gemeindehaus in Murnau.

Dieter Kirsch

 

Murnauer Kunst- und Kulturnacht

Vom Keller in den Kirchenraum - Graffiti-Ausstellung in der Christuskirche

Graffitis im Jugendraum, das ist nahezu selbstverständlich. Graffitis werden rasch mit Jugendlichen zusammengedacht. Sie illustrieren ihre Welt, ihre Möglichkeit, sich auszudrücken, sich abzureagieren, die Stimmung zu verbessern, ein Gruppengefühl zu schaffen. Sie drücken auch ihren Protest aus, zeigen ihre ganz andere Sprache.

Graffitis aber in der Kirche, gewissermaßen aus dem Kellerraum nach oben gebracht, wird das die Geister scheiden? Graffiti, dieser Vandalismus, als Kunst präsentieren? Zwei Jugendlichen hat die evangelische Kirchengemeinde die Gelegenheit gegeben, ihr Verständnis von Graffiti als Kunstform in der Christuskirche auszustellen.

Vom 25. September bis zum 7. Oktober zeigen Hugo Thorday und Michael Specht, was sie aus dem Angebot haben machen können. Was die Marktgemeinde mit MurnauMiteinander als Street Art Galerie begann, das setzt die Kirchengemeinde nun fort: Einen Dialog über Kunst und ihre Zeichen, einen Dialog zwischen den Generationen.

In der Kunstnacht nutzt eine Projektband der Kirchengemeinde das Dekor der Graffitis: Sie bietet einen Dialog der Musikstile, der Instrumente, der Spieler. Echtes musikalisches Crossover.