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Stille in unserer Gemeinde

Gemeindemitglieder berichten von ihren Erfahrungen

 

 

Es ist mir seit vielen Jahren ein Bedürfnis, täglich zweimal eine halbe Stunde die Stille zu suchen, und ich freue mich, dass ich dies nun schon seit längerer Zeit in einer Gemeinschaft der ev. Kirche praktizieren darf. Manche Menschen können es nicht ertragen, dass es im Äußeren still ist. Durch die Lautlosigkeit fühlen sie sich dazu gedrängt, sich mit sich selbst zu befassen, und davor fürchten sie sich. So versuchen sie durch äußere
Geräusche – lautes Sprechen, Radio, Fernsehen...
die Stille zum Schweigen zu bringen. Aber die Stille
möchte immer zu uns sprechen! In der Stille kommen wir in Kontakt mit unserem innersten Wesen, mit uns selbst, mit Gott! Und davor
brauchen wir keine Angst zu haben – im Gegenteil: Alles loszulassen, still zu werden, vermittelt ein friedliches, glückliches Gefühl. Wir sehen die Welt mit anderen Augen. Ich löse mich von den Geräuschen der äußeren Welt. Hektik und Unruhe fällt nach und nach von mir ab, mein Wesen wird ausgeglichen, und so nimmt mich auch meine Umgebung wahr. Die innere Stille ist ein Glück bringendes Geschenk, das wir, wo immer es uns sich darbietet, dankbar annehmen dürfen. Ich möchte möglichst viele zum Weg der Stille einladen, damit wir gemeinsam nach innen lauschen und schweigen im Klang der Stille.


 

 

Warum treffen wir uns jeden Mittwoch um 12 Uhr zur „Stille vor Gott“? Was bringt das? Immer wieder erlebe ich, wie befreiend es ist, statt den
eigenen Gedanken und Sorgen ausgesetzt zu sein, Gottes liebevolle Nähe zu spüren: Er steigt mit dir zusammen in deine Tiefe, er redet mit dir, seine Liebe kommt in dein Herz – in dein Leben! Ist es ein Wunder, dass du danach die Probleme des alltäglichen

 

 

 

Mich freimachen von jeglichem Tun, aus dem Zeitraster aussteigen, wahrnehmen ohne Wertung, bis mein Inneres Raum bekommt, und dann alle Stimmen zulassen, klingen und verhallen lassen, ruhig werden, spüren, wie ich getragen bin, einen Pfad entdecken. An dem Ufer eines Sees ins Wasser blicken, vom Berg in die Weite schauen, eine Kerzenflamme betrachten, in einer Kirchenbank sitzen, die Augen
schließen, Sonne auf der Haut spüren kann hilfreich sein. 

 

 

Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. (Ps. 62,2) Dieser Vers hat mich in meinem Leben begleitet. Auch wenn ich nicht ganz regelmäßig
diese Stille gesucht habe, wurde ich immer wieder, durch Krankheitszeiten und durch das Bibellesen, zur Wahrheit dieses Satzes zurückgeführt. Immer dann aber, wenn ich die Stille gefunden habe,
ging davon eine segensreiche Kraft aus. Natürlich lesen wir regelmäßig die Losungen, und ich habe auch einen Gebetsschemel in meinem Arbeitszimmer. Aber vor großen Aufgaben, vor Seelsorgebesuchen,
vor der Predigtvorbereitung oder vor der Auswahl der Konfirmandensprüche, hielt ich es, jedenfalls dem Sinn nach, mit Luthers Rat: Wenn du viel zu tun hast, bete 1 Stunde, wenn du sehr viel zu tun hast, nimm dir 2 Stunden Zeit für die Stille. Nein, geschafft habe ich das nie, aber die Erfahrung, dass aus der Stille heraus eine segensreiche
Kraft fließt, habe ich immer wieder erlebt und gebe sie gerne als Rat weiter.


 

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Es liegt kostenlos zum Mitnehmen
im Foyer der Christuskirche aus.
Lassen Sie sich inspirieren ...

 
pfarramt@murnau-evangelisch.de