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EinStand:

 

Der Kirchenvorstand in Murnau diskutiert derzeit über die Einführung des
Abendmahls mit Kindern in unserer Kirchengemeinde. Dabei gibt es neben dem „ob“ oder „ob nicht“ jede Menge Fragen zu bedenken, zum Beispiel:


   • Wie würde in unserer Gemeinde ein Abendmahl mit Kindern gefeiert
      werden?
   • Welche Rolle spielt Wein und Saft?
   • Es gibt Erfahrungen aus vielen anderen Kirchengemeinden, von
    denen wir lernen können.

 

EinLadung 1:


Wenn Sie uns Ihre Meinung, Ihre Erfahrungen, Erfahrungen aus anderen
Kirchengemeinden mitteilen wollen, tun Sie das gerne schriftlich. Dann können wir sie am besten authentisch berücksichtigen. Adresse oder E-mail siehe Seite 31.


Zum Mitdenken, Andenken und Weiterdenken hier einige Impulse:

 

EinDruck:


Ein Bericht aus der Erfahrung Beim Thema Kinderabendmahl fallen
mir zunächst sehr persönliche Erlebnisse ein. Ich denke an meinen Schwager, der vor über 30 Jahren zu unserer Hochzeit als 5-jähriger Bub auch zum Abendmahl eingeladen war. In einfachen, klaren und sehr berührenden Worten hat er uns geschildert, was für ihn beim Abendmahl
passiert, denn wir hatten die Aufgabe übernommen, mit ihm vorher darüber zu reden. Ich denke an meine Patentochter, inzwischen schon konfirmiert, der ich in meiner vorherigen Gemeinde schon als kleines Mädchen das Abendmahl reichen durfte.

Und ich erinnere mich daran, mit welcher Selbstverständlichkeit die Kinder in der Gemeinde, die ich vor Augen habe, mit ihren Eltern zum Tisch des Herrn kamen und die Hand für die Hostie ausstreckten. Und da wir zwischen Wein und Saft abwechselten, wie auch hier in Murnau, konnten wir den Kindern auch den Kelch reichen.

 

Und die Konfirmation?     Wird die nun entwertet?

 

So mag der eine oder andere fragen. Doch Konfirmation ist Taufgedächtnis, nicht die Zulassung zum Abendmahl. Ist denn überhaupt eine intellektuelle Leistung nötig, um zum Abendmahl zugelassen zu  werden? Ich denke an das letzte Mahl Jesu und sehe einen Kreis jüdischer Männer vor mir. Sicher waren sie auch nicht getauft.
Gerade mit ihnen hat Jesus sein Mahl gefeiert. Es ist für mich wichtig, dass beim Kinderabendmahl die Eltern dabei sind. Aus ganz praktischen Gründen. Um die Hand zu führen, damit die Hostie auch gegessen wird und nicht Hilflosigkeit übrig bleibt. Und, um nachher oder davor mit den Kindern darüber zu reden, was sie jetzt erleben. Ich denke, dass die
Schwelle, zum Tisch des Herrn zu gehen, damit niedriger wird und die Konfirmation mit der Teilnahme am Abendmahl nicht das erste und, für lange Zeit, nicht das letzte Mal ist. Auch der Gang zum Tisch des Herrn braucht eine Einübung. Außerdem öffnet schon die Taufe den Weg zu den Gnadengaben Gottes. So halte ich es für eine Bereicherung,
Kinder zum Abendmahl zuzulassen. Und darauf voller Vertrauen zu bauen, dass Jesus Christus in die Herzen der Kinder hineinspricht, wenn er im Herrenmahl zu ihnen und zu uns allen kommt.

Hans-Peter Schäfer, Pfarrer

 


 
pfarramt@murnau-evangelisch.de